Nachgefragt

Zu einem Interview der etwas ungewöhnlicheren Art hatte sich boerse.de mit Börsenverlag-Vorstand Thomas Müller und Mathias Schölzel, Executive Director der Schweizer Großbank UBS verabredet, denn das Gespräch fand – Corona-bedingt – nicht in einem Konferenzraum statt, sondern virtuell. Anlass war der Handelsstart des neuen, von UBS emittierten BCDI-Zertifikats.


Herr Müller, Herr Schölzel, zunächst einmal vielen Dank dafür, dass Sie uns auf diese Weise zum Gespräch zur Verfügung stehen. Herr Müller, seit 2014 ist ein BCDI-Zertifikat am Markt. Jetzt präsentieren Sie gemeinsam mit Herrn Schölzel ein neues BCDI-Zertifikat. Warum?

Thomas Müller Bereits seit dem 1. Juli 2014 kann per Zertifikat in den BCDI, also den boerse.de-Champions-Defensiv-Index, investiert werden. Dass es jetzt ein neues BCDI-Zertifikat gibt, hat einen ganz einfachen Grund: Die Emittentin des ursprünglichen BCDI-Zertifikats, die Deutsche Bank, hat im vergangenen Jahr einen Konzernumbau eingeleitet, über den ja auch in der Presse ausführlich berichtet worden ist. In diesem Zusammenhang wurden auch das Angebot an Anlageprodukten verkleinert, die Neuemissionen reduziert und bestehende Produkte gekündigt. Zu den gekündigten Produkten gehört auch das BCDI-Zertifikat.

Obwohl das Zertifikat erfolgreich war?

Thomas Müller Obwohl das BCDI-Zertifikat erfolgreich war. Das Zertifikat ist seit 2016 das meistgehandelte Aktien-Indexzertifikat an der Börse Stuttgart – noch vor Produkten auf Dow oder Dax. Anleger haben mehr als 100 Millionen Euro in das BCDI-Zertifikat investiert. Daran sehen Sie, dass die Kündigung nichts mit dem Zertifikat selbst zu tun hat, sondern einzig und allein mit der Konzernpolitik der Deutschen Bank.

Hier kommen jetzt UBS und Sie ins Spiel, Herr Schölzel, oder?

Mathias Schölzel Richtig. Ich kenne Thomas Müller und sein Team sowie das BCDI-Konzept schon seit Jahren. Als sich dann die Gelegenheit bot, gemeinsam das neue BCDI-Zertifikat auf den Markt zu bringen, haben wir sofort zugegriffen.

Warum?

Mathias Schölzel Aus drei Gründen: Zum einen hat uns das Konzept überzeugt. Der BCDI ist ein Index, der die Wertentwicklung von zehn defensiv ausgerichteten europäischen Unternehmen mit starken Marken und einfachen Geschäftsmodellen abbildet. Das ist ein Ansatz, der sich hervorragend in das Angebot an Anlagelösungen von UBS einpasst. Zum anderen spricht natürlich die Performance des BCDI für sich. In seiner sechsjährigen Geschichte konnte der BCDI eigentlich immer an der Kurstafel überzeugen – Thomas Müller kann sicherlich noch mehr dazu sagen. Und zum dritten bestand einfach von Anlegerseite ein Bedürfnis, weiterhin in das BCDI-Konzept investieren zu können.

Herr Müller, welche Vorteile hat für Sie die Zusammenarbeit mit UBS?

Thomas Müller Mit UBS haben wir einen renommierten Emittenten, der vom BCDI-Konzept überzeugt ist. UBS ist ein global aktives führendes Finanzinstitut und der größte Vermögensverwalter der Welt. Dazu kommen die guten Ratings und die sprichwörtliche Schweizer Präzision. Das passt.

Herr Schölzel hat ja schon die Performance angesprochen. Können Sie dazu etwas sagen?

Thomas Müller Mit einer Wertentwicklung von 59,3% (per 30.06.2020) hat der BCDI nach unseren Berechnungen Dax, Euro Stoxx & Co. deutlich abgehängt und ist damit der beste europäische Index. Im Schnitt hat der BCDI seit seinem Start 8,1% pro Jahr hinzugewonnen, während der Dax auf lediglich 3,8% p.a. kommt. Ich denke, das sagt alles, und darum ist der BCDI auch die Indexalternative für europäische Aktien. Wer es genau wissen möchte, kann das in unserer Studie „Die große Indexanalyse“ nachlesen, die auf www.bcdi.de kostenlos angefordert werden kann. Dort finden sich auch weitere aktuelle Daten, Charts und Vergleiche.

Chartvergleich Regionen-Indizes Europa

Chartvergleich Regionen-Indizes Europa
Stand: 29.10.2020, Quelle: Eigene Berechnung | boerse.de

Und woher kommt diese Performance?

Thomas Müller Aus dem streng regelbasierten Konzept des BCDI, das auf der Performance-Analyse basiert, einer Analysemethode, die Jochen Appeltauer und ich 2001/2002 entwickelt haben und die wir seitdem mit Erfolg einsetzen – nicht nur beim BCDI. Die Auswahl der Aktien erfolgt rein regelbasiert und ausschließlich nach den Kriterien der Performance-Analyse des boerse.de-Aktienbriefs. Der Einsatz der Performance-Analyse hat zur Konsequenz, dass der BCDI nach qualitativen Kriterien zusammengestellt ist und nicht nach quantitativen. Das unterscheidet den BCDI von praktisch allen anderen Indizes und ist der Grund für seinen Erfolg.

Inwiefern?

Thomas Müller Bei praktisch allen großen Indizes ist die Marktkapitalisierung der ausschlaggebende Faktor. Kurz gesagt, je mehr Aktien von einem Unternehmen im Markt sind und je mehr diese wert sind, desto eher wird ein Unternehmen in diese Indizes aufgenommen. Das führt in der Konsequenz dazu, dass im Dax Papiere wie Daimler, Deutsche Telekom oder E.ON enthalten sind, die – übrigens auch schon vor Corona – allesamt unter ihrem Stand von vor 20 Jahren notieren. Da diese Unternehmen aber über eine hohe Marktkapitalisierung verfügen, dürfen ihre Aktien den Dax nach unten ziehen. Weil ich als Anleger nicht an den größten oder bekanntesten Unternehmen partizipieren will, sondern an den besten, sind im BCDI nur solche Aktien enthalten, die einen überzeugenden Kursverlauf haben und besonders resistent in Korrekturhasen sind. Die Marktkapitalisierung spielt dagegen keine Rolle. Deshalb findet sich im BCDI neben dem Lebensmittelriesen Nestlé mit einer Marktkapitalisierung von fast 270 Milliarden Schweizer Franken auch der Edelschokoladen-Hersteller Lindt & Sprüngli, der nur über eine Marktkapitalisierung von 19 Milliarden Schweizer Franken verfügt.

Mathias Schölzel Neben dieser Zusammenstellung spielt meines Erachtens auch noch die Tatsache, dass beim BCDI zweimal im Jahr die Indexgewichtung angepasst wird, eine große Rolle.

Thomas Müller Das ist richtig. Das Rebalancing im März und September, bei dem alle im BCDI enthaltenen Aktien wieder auf ein Indexgewicht von je 10% normiert werden, verhindert, dass der BCDI Schlagseite bekommt. Anders als beim Dax oder beim Dow Jones dominieren durch das intelligente Indexkonzept nicht einige wenige große Werte den Index – gerade der Dax ist in dieser Hinsicht besonders unausgewogen. So kommen SAP und Linde zusammen auf ein Indexgewicht von 22%, also auf fast einem Viertel, während es gleichzeitig fünf Unternehmen mit jeweils weniger als 1% Indexgewicht gibt.

Mathias Schölzel Dabei sollte nicht vergessen werden, dass die Anleger mit unserem neuen BCDI-Zertifikat nicht nur in den Index selbst und seine Wertentwicklung investieren, sondern eben auch über den BCDI in zehn richtig gute Unternehmen, an deren Kursentwicklung die Anleger teilhaben. Das sind Unternehmen mit bewährten Geschäftsmodellen und einer langfristig guten Kursentwicklung.

Also trotz Corona eine gute Zukunft für den BCDI?

Thomas Müller Absolut. Trotz Corona. Krisen sind Krisen, die hat es immer gegeben und die wird es immer geben. Korrekturphasen an der Börse sind ganz normal und kein Grund, in Panik zu verfallen. Gesunde Unternehmen mit bewährten Geschäftsmodellen, guten Produkten und einem langfristig überzeugenden Kursverlauf werden die Krise überstehen und langfristig besser dastehen als zuvor. Anders sieht das bei Unternehmen aus, die auch vor Corona schon in Schwierigkeiten waren, aber in deren Aktien sollten Anleger ohnehin nicht investieren. Bisher wurde noch jede Krise irgendwann überwunden. Mit dem BCDI als Indexalternative für europäische Aktien sind Anleger jedenfalls bestens aufgestellt.

Herr Schölzel, könnten Sie zum Abschluss bitte noch einmal die Eigenschaften des BCDI-Zertifikats zusammenfassen?

Mathias Schölzel Gerne. Das neue BCDI-Zertifikat von UBS hat die Wertpapierkennnummer UF1BAC und bildet die Wertentwicklung des BCDI in seiner jeweiligen Zusammensetzung ab. Das Zertifikat verfügt über keine Laufzeitbegrenzung. Die Netto-Dividenden der Indexaktien werden in den Index investiert und kommen damit den Anlegern zugute. Der Kurs des Zertifikats hängt natürlich von der Performance des BCDI ab, hinsichtlich der nicht in Euro notierenden Indexaktien besteht ein Wechselkursrisiko und es gibt keinen Kapitalschutz. Das Zertifikat kann bei jeder Bank, Sparkasse oder bei jedem Online-Broker gekauft werden. Abschließend möchte ich noch auf die bei Zertifikaten nicht ganz unwichtigen Bonitätsbewertungen hinweisen, die UBS als Emittentin mit hoher Qualität und sehr geringem Ausfallrisiko ausweisen. Alle weiteren Informationen über Chancen und Risiken des BCDI-Zertifikats finden sich auf der Website von UBS KeyInvest.

Herr Müller, Herr Schölzel, vielen Dank für das Gespräch.

So kaufen Sie das BCDI-Zertifikat:

Das BCDI-Zertifikat können Sie bei jeder Bank, Sparkasse oder Ihrem Online-Broker über die Börse Stuttgart kaufen. Unser Kooperationspartner comdirect (Info) bietet ein kostenloses Wertpapierdepot an.

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Das macht BCDI-Indizes so besonders:

Aktienauswahl nach Anlagequalität statt Marktkapitalisierung
Zehn Top-Champions in einem Index
Konstruktion als Performance-Index (Net Return)
Halbjährliche Überprüfung
Gleichgewichtung und halbjährliche Readjustierung
Hohe Kursgewinne und unterdurchschnittliche Korrekturen in der Rückrechnung

BCDI-Zertifikat: Meistgehandeltes Index-Zertifikat

BCDI®-Zertifikat: Meistgehandeltes Index-Zertifikat
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Eckdaten zum BCDI-Zertifikat

WKN UF1BAC
ISIN DE000UF1BAC0
Initiator TM Börsenverlag AG
Administrator / Berechnungsstelle Solactive AG
Emittent UBS Group AG
Wertpapier­gattung Aktien-Index-Zertifikat
Ertrags­verwendung thesaurierend
Anlage­strategie BCDI-Anlagestrategie
Anlageregion Europa
Anlagefokus 10 europäische
Champions
Adjustierung halbjährlich
Readjustierung 31. März und 30. September
Referenzwährung EUR
Handelsstart 3. Juni 2020
Mindestanlage 1 Zertifikat
Ausgabe­aufschlag 0%
Kosten (TER) 1,50% pro Jahr
Erfolgs­bezogene Kosten 0%
Empfohlener Handelsplatz Stuttgart

Anlegerstimmen zum BCDI